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VITAMIN D ZUM SCHUTZ VOR DEMENZ UND PARKINSON?
Dass Vitamin D zahlreiche Körperfunktionen positiv beeinflußt, ist bekannt. Nun gibt es zwei hochinteressante kürzlich publizierte Beobachtungsstudien, die niedrige Vitamin D-Werte mit einem beschleunigten kognitiven Abbau im Alter oder einer Parkinsonerkrankung in Verbindung. Der Rückschluß, dass beide Erkrankungen durch eine Vitamin D-Substitution verhindert oder gelindert werden könnten, ließ sich aber nicht ziehen.

Ein relativer Vitamin D-Mangel war bei den Teilnehmern der InCHIANTI-Studie, Senioren aus zwei Ortschaften der Region Chianti, zu 60 Prozent häufiger mit schlechten Ergebnissen im MMSE (Mini-Mental State Examination), einem Standardtest für Demenzerkrankungen, assoziiert.

Auch die mentale Schnelligkeit, gemessen im Trail Making Test B, war zu 31 Prozent häufiger verlangsamt, während im Trail Making Test A, der die mentale Flexibilität bestimmt, keine Assoziation mit der Vitamin D-Konzentration feststellbar war, wie David Llewellyn von der Universität in Exeter und Mitarbeiter in den Archives of Internal Medicine (2010; 170: 1135-1141) berichten.

Andrew Grey und Mark Bolland (Universität in Auckland) haben in ihrer Publikation allerdings auch einige Hinweise auf mögliche “bias” ausgemacht, die die Schlussfolgerung, dass der Vitamin-D-Mangel für den kognitiven Rückgang verantwortlich ist (Archives of Internal Medicine 2010; 170: 1099-1100).

Eine randomisierte Interventionsstudie könnte diese offenen Fragen einer hochinteressanten Thematik klären, wurde auch von beiden Forschern als nächster Schritt gefordert.

Paul Knekt vom National Institute for Health and Welfare in Helsinki und Mitarbeiter setzen die Vitamin-D-Konzentration mit dem Auftreten von späteren Parkinsonerkrankungen in Beziehung, nachdem sie die Daten von 300 Probanden ausgewertet hatten.

In den Archives of Neurology (2010; 67: 808-811) berichten die Forscher, dass im Quartil mit dem höchsten Serumkonzentrationen in den 29 Jahren der Nachbeobachtung 67 Prozent weniger Menschen an einem Morbus Parkinson erkrankten als im Quartil mit den niedrigsten Werten.

Die Ergebnisse bestätigen tierexperimentelle Studien, die eine protektive Wirkung von Vitamin D postulieren. Im Gehirn wurden bei tierexperimentellen Studien Rezeptoren für Vitamin D gefunden, die derartige Effekte plausibel erklären würden.

An der Emory Universität wurde bereits mit einer klinischen Pilotstudie begonnen, in der Parkinson-Patienten eine Vitamin D Substitution erhalten.

Quelle: www.aerzteblatt.de



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